Krisen-Fest --- Mayday 2009

Donnerstag, 30. April 2009
Auftakt und Demonstrationsparade
ab 16 Uhr am Altstädter Markt/ Goldschmiedehaus

Krisen-Fest
ab 18 Uhr am Marktplatz mit Musik und mehr

1. Mai 2009 - Kundgebung

um 10 Uhr am Gewerkschaftshaus in Hanau, danach Demonstration und anschließendes Fest am Olof Palme Haus in Kesselstadt
http://www.region-suedosthessen.dgb.de

Sozialforum Hanau

Das Hanauer Sozialforum trifft sich alle drei Monate.
Das nächste Treffen findet am Dienstag, 9.6.2009 um 19:30 Uhr im DGB-Jugendheim statt.
http://www.sf-hanau.linksnavigator.de/

Uns reichts – nicht! AlltagsheldInnen gehen zur Mayday-Parade

mayday08 Kopie.jpgUns reichts… nicht!

Der Alltag ist manchmal einfach zu krass. Dass immer die Zeit fehlt für alles was Spaß macht und sinnvoll ist! Das Geld reicht von vorne bis hinten nicht. Auch mit Job nicht. Manchen droht ständig die Abschiebung. Und wie geht es morgen mit dem Job weiter? Oder übermorgen? - Viele haben dagegen ihre eigenen Tricks entwickelt. Sie überleben und erkämpfen sich ein Stück vom guten Leben. Nehmen sich, was sie brauchen. Lassen sich auch nicht wegschieben. Heldinnen und Helden im Alltag, gewitzt und mutig.

Mandy (27), kleine Tochter, hat keinen Typ. Der hat sie nämlich verlassen. Also zieht sie das eben alleine durch. Geht so. Die Kohle könnte natürlich mehr sein. Aber ausgehen und mal ein paar neue Schuhe und was man eben so zum Leben braucht...dafür reichen 345€-HartzIV-Kohle nicht.

Fanus (23) ist vor 5 Jahren aus Äthiopien abgehauen und lebt im Landkreis Offenbach. Schon zweimal hat er sich erfolgreich der geplanten Abschiebung widersetzt und kämpft mit Unterstützung seiner FreundInnen hartnäckig weiter für sein Bleiberecht.

Heinz (64) war bis vor 11 Jahren Elektroinstallateur, als ihn ein Herzleiden erwischte und er in Rente gehen musste. Eines Tages konnte er die Stromrechnung nicht mehr bezahlen, der Strom wurde abgestellt. „Und ohne Strom nutzt der schönste Notruf nichts." Erst recht nicht wenn das Konto gepfändet ist und einem der Gerichtsvollzieher und ein Inkassounternehmen im Nacken sitzen.

Klausi (22) studiert und nimmt alles locker. Aber das Bafög reicht nicht zum Leben und muss irgendwann zurück gezahlt werden und Uni ist auch nicht alles. Klausi legt auf, super Sache, aber kein billiges Vergnü-gen. Die ganzen Platten kosten einiges und das Equipment erst recht.

Anette (31) hat einen Freund ohne Aufenthaltsstatus. Er kam vor zwei Jahren aus Kolumbien. In Kolumbien gibt es viel Gewalt, und außerdem wollte er nach Deutschland zum Geldverdienen. Javier arbeitet in Frank-furt als Callboy - und verdient damit genug, um seine Familie zu Hause zu unterstützen. Als das Touristenvi-sum abgelaufen war, ist er einfach dageblieben. Illegal.

Irina (57) kommt aus Donezk in der Ukraine und ist eigentlich Maschinenbauingeneurin. Irina ist aber auch Mama und Oma und Irina pflegt Oma Erna. Die will nicht ins Heim, auch wenn sie nicht mehr alles alleine kann. Irinas Kinder und Enkel haben viele Wünsche, der Vater braucht teure Medikamente.

Harald (43) ist freischaffender Sozialberater. Er schöpft dabei aus der reichhaltigen Erfahrung von 25 Jahren Arbeitslosigkeit. Er hat eine Allergie gegen Lohnarbeit. Und sowieso überhaupt keine Zeit zum arbeiten, weil er sich wirklich mit sinnvolleren Dingen beschäftigt. Zum Beispiel berät er im Erwerbslosen-Café die Opfer von Hartz IV, damit sie eben nicht nur Opfer sind.

Gisela (73) erinnert sich gerne an die Aktion roter Punkt, mit der Anfang der 70er Jahre gegen Fahrpreiser-höhungen protestiert wurde. Sie hat großes Verständnis für ihre 17jährige Enkelin, die sich alles von ihrem Lehrlingsgeld absparen muss und für Bahn und Bus keinen Cent ausgeben möchte.

Mandy, Klausi, Harald, Irina, Anette, Javier und Heinz haben ihre eigenen Tricks entwickelt: vom Aufstehen gegen die eigene Abschiebung bis zur Schutzehe, von Ladendiebstahl bis Stromklau, von Krankfeiern bis zum kostenlosen Download von Musik, bis hin zur Rücküberweisung des „schwarz“ erarbeiteten Lohns, da-mit auch die Community was davon hat. Die Tricks verraten sie Dir. Auf www.megainfarkt.org

Denn Mandy, Klausi, Harald, Irina, Anette, Javier und Heinz reichts… nicht!
Mayday, Mayday! sagen seit einigen Jahren viele, denen es nicht reicht zum guten Leben. Und gehen auf die Strasse. Immer rund um den 1.Mai. In Mailand und Helsinki, in Hamburg und Malaga, Maribor und Lüt-tich, Berlin und Tokio… Und seit letztem Jahr auch in Hanau.

Und Du? Wann reichts Dir… nicht? Gespannt was andere dann tun?
Dann guck auf www.mayday.linksnavigator.de
Und komm am 30.April um 16 Uhr zum Hauptbahnhof in Hanau. Oder später dann zum Marktplatz zum Fei-ern.

Denn fest steht: Allein machen sie dich ein, und auch AlltagsheldInnen sind nur gemeinsam stark.